Weltreise mit dem Campingmobil – wenn ein Lebenstraum in Erfüllung geht

Weltreise mit dem Campingmobil – wenn ein Lebenstraum in Erfüllung geht

Im eigenen Fahrzeug auf Weltreise gehen, das ist für viele ein echter Lebenstraum. Aber wie lässt sich eine mehrmonatige oder mehrjährige Reise im Wohnmobil umsetzen?

Damit ein solcher Traum in Erfüllung geht, steht am Anfang zuerst einmal die Planung. Wichtig ist es, einen Termin vor Augen zu haben, egal wie weit dieser in der Zukunft liegt, um nicht den Traum vor sich herzuschieben und einen Grund nach dem anderen zu finden, um noch ein weiteres Jahr abzuwarten.

Frage 1: Welches Reisemobil eignet sich für eine Weltreise?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Dabei kann auf ein Reisemobil „von der Stange“ gesetzt werden oder auf ein Expeditionsmobil, das individuell ausgebaut wurde. Kurz gesagt, es hängt von den eigenen Anforderungen ab. Soll das Fahrzeug für längere Zeit autark sein und zudem Offroad-tauglich? Kommt hier zweimal die Antwort „ja“ dann ist ein geländegängiges Fernreisemobil empfehlenswerter als ein klassisches Urlaubsmobil. Allerdings ist ein Individualausbau grundsätzlich teurer und auch die Planung ist aufwendiger als der Camper vom Händler.

Geht es für eine längere Zeit durch Regionen wie Südamerika, dann ist es notwendig, sich über die Versorgung von AdBlue Gedanken zu machen. Ohne diesen Zusatz kommen die meisten Euro-6-Motoren nicht mehr aus, aber ist nicht flächendeckend verfügbar. Entweder wird ein Vorrat eingepackt oder es wird auf ein älteres Fahrzeug gesetzt.

Bei einer längeren Reise spielt auch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen eine Rolle. Je exotischer das Fahrzeug ist, desto schwieriger ist es, Ersatzteile zu beschaffen. Vorteilhaft ist ein Fahrzeug mit wenig Elektronik, um Reparaturen selbst durchführen zu können. Wer sein geländegängiges Motorrad mit sich führt, der sollte die gleichen Überlegungen anstellen.

Auch die Treibstoffkosten spielen eine wichtige Rolle. Je kleiner und leichter das Reisemobil ist, desto geringer ist der Treibstoffverbrauch. Besonders bei viel Strecke macht sich dies bemerkbar. Jedoch sollte das Fahrzeug nicht zu klein sein, denn ansonsten fällt einem unterwegs die Decke auf den Kopf.

Weltreise mit dem Campingmobil – wenn ein Lebenstraum in Erfüllung geht

Frage 2: Wie viel Geld muss eingeplant werden?

Die Antwort auf diese Frage ist vom Reiseziel abhängig und schwankt stark von Reisenden zu Reisenden. Die Faustregel ist, dass Länder die gut entwickelt sind, teurer sind, als die nicht so stark entwickelten. Wer jedoch länger an einem Ort bleibt, für den wird es günstiger.

Vor Reiseantritt sparen sich die meisten Welt- und Fernreisenden ein gewisses Budget an. Andere verdienen von unterwegs weiter ihr Geld, das gilt vor allem für die Reisenden mit IT-Jobs. Sicherlich ist es Geschmackssache, ob während der Reise gearbeitet werden soll oder nicht.

Damit es möglich ist, das notwendige Budget realistisch einzuschätzen, gilt es viele Faktoren zu beachten. Neben den weiterlaufenden Kosten im Heimatland wie Versicherungen oder die Einlagerung von Möbeln kommen die Kosten rund um das Campingmobil hinzu wie Sprit und Reparaturen. Auch Übernachtungskosten, Lebensmittel, Flüge bzw. Fähren und Eintritte zu Buche. Zudem muss nach der Reise eventuelle eine Phase ohne Einkommen überbrückt werden, oder es kommt zu Neuanschaffungen.

Werden all diese Faktoren zusammen addiert, dann nähert man sich dem Bedarf recht gut an. Es ist sicherlich sinnvoll, während der Reise ein Tagesbudget zu setzen, welches nicht überschritten wird.

Frage 3: Was ist zu beachten, um sicher zu reisen?

Die Basis für eine sichere Reise wird geschaffen, indem zum einen gründlich recherchiert wird und man sich mit anderen Weltreisenden austauscht. Informationen über die Infrastrukturen der zu bereisenden Länder sind wichtig und ob es möglich ist, dort auf Campingplätzen zu übernachten. Wie ist es um das Zielland bestellt? Herrscht Armut oder hohe Kriminalität?

Auch das Klima muss beachtet werden. Wird die Reise durch Regen- oder Trockenzeit beeinflusst? Selbst die Hurrikan-Saison sollte nicht außer Acht gelassen werden. Nicht zu vergessen ist, dass die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel umgekehrt sind.

Neben all diesen Umständen sollte ebenfalls über das konkrete Verhalten vor Ort nachgedacht werden. Nachts sollten die Türen nicht geöffnet werden und stets sollte das Bauchgefühl eine wichtige Rolle spielen. Wem ein Übernachtungsplatz nicht geheuer ist, der fährt besser ein wenig weiter. Vorteilhaft ist es, wenn es möglich ist, direkt vom Wohnraum ins Fahrerhaus zu gelangen, ohne das man aussteigen muss.

Frage 4: Was ist vor der Abreise zu erledigen?

Es ist sinnvoll, das Haus oder die Wohnung zu verkaufen, untervermieten bzw. den eigenen Mietvertrag zu kündigen – abhängig davon wie lange es auf Reisen geht. Der persönliche Besitz kann verkauft oder eingelagert werden. Zudem müssen laufende Versicherungen überprüft werden. Sinnvoll ist es zudem, einen Empfangsberechtigten auszuwählen, der die Post entgegennimmt und eventuelle Behördengänge erledigen kann. Dafür muss eine Vollmacht ausgestellt werden.

Ebenfalls sind ein internationaler Führerschein und ein gültiger Reisepass ein Muss. Geld sollte aus mehreren Quellen im Ausland verfügbar sein, denn nicht immer funktioniert jede Karte. Hilfreich ist ein kostenloses e-Wallet-Konto. Zudem muss mit der Bank abgeklärt werden, ob hohe Abhebungen für bspw. Reparaturen oder Verschiffung in den bereisten Ländern möglich sind. Gegebenenfalls muss dies freigeschaltet werden.

Ebenfalls gehört ein Check bei Haus- und Zahnarzt zur Vorbereitung plus einer Beratung was in die Hausapotheke gehört. Zudem gilt es die erforderlichen Impfungen vorzunehmen. Des Weiteren sollten Adapter für Strom, Gas und Wasseranschlüsse besorgt werden, sowie Landkarten und Reiseführer. Empfehlenswert sind zudem Ersatzteile für wichtige Verschleißteile plus einer externen Festplatte, um große Datenmengen zu sichern.

Über eines muss sich jeder im Klaren sein, der eine Weltreise oder eine mehrmonatige Reise plant: Auf Reisen wird ein gutes Stück Sicherheit daheim gelassen – aber dies ist der Preis für das Abenteuer.

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